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Luxemburg, 28/10/2020

Einsatz neuer Finanz-tools: Luxemburg bleibt skeptisch

Warum sollte man etwas ersetzen, obwohl es doch gar nicht kaputt ist? In Luxemburg scheint das der allgemeine Konsens zu sein, wenn es um neue Finanz-Tools geht. In der neuesten internationalen Umfrage von ING sind Personen aus 13 europäischen Ländern über ihre Bereitschaft zum Einsatz neuer Finanz-Tools befragt worden, darunter auch 500 Menschen in Luxemburg.

Die Umfrage hat sich insbesondere auf Open Banking – also den vom Nutzer genehmigten Austausch von Finanzdaten zwischen Finanzdienstleistern – und auf die Einstellungen zur Sicherheit verschiedener Authentifizierungssysteme konzentriert, die von Finanz-Apps und Websites beim Login verwendet werden.

Ein wichtiges Ergebnis ist, dass die Teilnehmer aus Luxemburg es nicht sonderlich eilig haben, Open Banking zu nutzen, d. h. es den Finanzdienstleistern zu erlauben, die sie betreffenden Finanzdaten untereinander auszutauschen. Diese Einstellung teilt man sich hierzulande mit Belgien, und in einem geringeren Ausmaß auch mit Frankreich. Sie steht im Gegensatz zu der höheren Akzeptanz, die auf dem gesamten Kontinent gemessen wurde, insbesondere in Deutschland und Österreich.

In manchen Teilen der Welt haben Finanzdienstleister dank neuer Gesetzgebung die Möglichkeit, auf Ihre Finanzdaten bei anderen Anbietern zuzugreifen, wenn Sie dem zustimmen.

Die Antworten deuten darauf hin, dass diese Zurückhaltung möglicherweise mit einem Gefühl fehlender Vorteile begründet werden kann: Die Menschen in Luxemburg verstehen ganz einfach (noch) nicht, wie Open Banking ihnen nutzen könnte. Sie könnte aber auch damit zusammenhängen, dass das neue luxemburgische Gesetz zur Umsetzung der überarbeiteten EU-Zahlungsdiensterichtlinie aus dem Jahr 2015 (oder PSD2) erst vor etwa zwei Jahren[i] verabschiedet wurde, und deshalb die Akzeptanz für Open Banking-Dienstleistungen noch immer so gering ist: Die meisten Menschen in Luxemburg sind möglicherweise noch nicht mit dem Konzept vertraut, weil sie bislang kaum Gelegenheiten hatten, erste Versuche damit zu unternehmen. Die Teilnehmer aus einigen anderen Ländern sind da sehr viel enthusiastischer, weil sie verstehen, wie diese Dienste es ihnen beispielsweise ermöglichen, einen schnellen Überblick über ihre finanzielle Situation zu erhalten und Vermögenswerte zu verschieben.

Die Antworten, die von den Menschen aus Luxemburg auf den zweiten Fragenkatalog gegeben wurden, zeugen von einer vergleichbaren Skepsis. Dieses Mal könnte es sich jedoch um ein Zeichen dafür handeln, dass das Land bereits zufriedenstellende Authentfizierungslösungen gefunden hat.

Wie sicher ist Ihrer Meinung nach ...?

Diejenigen, die mit „sehr sicher“ geantwortet haben

Die Tatsache, dass nur wenige Luxemburger verschiedene Login-Alternativen wie Gesichtserkennung, Fingerabdrücke und insbesondere die Stimmerkennung als sehr sicher empfinden, könnte erneut mit der sehr geringen Verwendung zu tun haben. Es könnte einen gesellschaftlichen Wandel geben, der dazu führt, dass eine oder mehrere dieser biometrischen Authentifizierungstechnologien universell anerkannt und damit auch weiterverbreitet wird. Ein weiterer Faktor, der hier eine Rolle spielt, ist die Tatsache, dass Drei-Wege-Authentifizierung in Luxemburg bereits ein gängiger Standard ist, denn die meisten Banken nutzen Dienste wie Luxtrust, um einen sicheren Kundenlogin zu gewährleisten.

Da die Pandemie nach Ansicht vieler Beobachter die Digitalisierung der Gesellschaft vorantreibt, bleibt abzuwarten ob Open Banking und die alternative Authentifizierungsmethoden in Luxemburg sich weiter verbreiten werden. 

Gesetz vom 20. Juli 2018

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