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Luxemburg, 14/09/2020

Wie wirkt sich die Koronavirus-Krise auf die Gewohnheiten der Eltern in Bezug auf Taschengeld aus?

Mit dem anstehenden Schulbeginn für die meisten Kinder in Luxemburg, wird alles ziemlich anders aussehen, als er je war: Masken tragen im Unterricht, regelmäßiges Händewaschen,  Maßnahmen zur Kontaktvermeidung usw.… Die Neue Normalität ist da.

Während einige Eltern ihre Arbeit durch die Pandemie verloren haben oder gezwungen sind, weniger zu arbeiten und somit weniger zu verdienen, arbeiten andere bei vollem Lohn von zu Hause aus… Auch wenn für einige Eltern das Einkommen gleich bleibt, weil sie das Glück haben, von zu Hause zu arbeiten, werden Eltern allgemein in diesen unsicheren Zeiten ihren Kindern weiterhin Taschengeld geben? Oder werden sie es ganz streichen und stattdessen andere, dringendere Ausgaben tätigen? 

[i] 12000 Menschen in 13 Länder wurden befragt

1) Die gut bekannten Vorteile von Taschengeld

Es ist durchaus bekannt, daß Taschengeld die Fähigkeit im erwachsenen Alter mit Geld umzugehen, deutlich verbessert. Eine von ING 2014 durchgeführte internationale Studie ergab[i], daß Befragte die als Kind Taschengeld bekamen, im späteren Leben mehr Kontrolle über ihre Ausgaben haben, sowie stärkere Finanzplanungsfähigkeiten besitzen. Ferner, sparen mehr als die Hälfte der Personen (55%), die als Kind Taschengeld erhielten als Erwachsene regelmäßig, im Vergleich zu 45% der Erwachsenen, die früher kein Taschengeld erhielten.

Luxemburg ist  nach dem Prozentsatz der Eltern, die Taschengeld geben, unter den Top 5 in Europa. In der Regel ist das Großherzogtum eines der europäischen Länder, in denen Eltern am großzügigsten mit Taschengeld sind. Dies kann aber auch mit den höheren Lebenshaltungskosten und höheren Gehältern in Luxemburg zusammenhängen.

2) Laut der letzten Umfrage von 2020 geht, wie bei anderen Ausgaben auch, der Anteil von Bargeld zurück.

In den letzten Jahren und mit der Weiterentwicklung von Technologien sind die Verbraucher konsequent davon abgekommen mit Bargeld zu bezahlen. Dieser Trend könnte durch die jüngste Pandemie beschleunigt worden sein. Früher galt „Bares ist Wahres“ aber heutzutage ist es nicht mehr der Fall. ING’s Umfragen haben seit 2017 einen stetigen Rückgang des Bargeldes für alltägliche Zahlungen festgestellt. 

Was bedeutet das für Taschengeld? Nach der diesjährigen Umfrage (2020) wird in Luxemburg zwei Drittel des Taschengeldes (66%) Bar ausgegeben.  Dies ist jedoch ein geringerer Prozentsatz als im Jahr 2017, als es bei 86 Prozent lag.

Der Rest der Personen überträgt das Taschengeld auf App-basierte Systeme oder ermöglicht den Kindern die Nutzung von Kartenzahlungen.

In welcher Form wird Taschengeld gegeben?

Der Prozentsatz der Befragten, die ihren Kindern in Luxemburg bargeldloses Taschengeld geben, ist zwischen 2017 und 2020 sehr gestiegen, von 10% auf 21%.

Daten für Luxemburg. Stichprobengröße: 526 (2020), 522 (2017)

Selbst um einfache Dinge wie Taschengeld zu bezahlen, ist der Rückgang von Bargeld bemerkenswert. Das Bargeld steht mit immer mehr Alternativen in Konkurrenz. Sein Rückgang geht also  weiter, auch in Bezug auf Taschengeld, wie hier in Europa zu sehen.

Im Durchschnitt sind 25 % der Europäer der Meinung, dass sie weniger Bargeld benutzen als noch vor einem Jahr (Zahlen von 2019 gegen 2018). Dies sind die Daten aus der Zeit vor der Korona-Krise. Wir erwarten eine Beschleunigung dieses Trends, da Hygienemaßnahmen während der Pandemie jeden dazu ermutigen, auf bargeldlose Alternativen umzusteigen.

3) Auswirkungen von Covid-19 auf Bargeld

2020 war ein Jahr wie kein anderes, und die Covid-19 Pandemie war einer der größten Störfaktoren der Geschichte. Auch das Bargeld ist betroffen, und als Folge davon auch Taschengeld.

Es ist noch zu früh, um zu erkennen, welche Auswirkungen die Pandemie auf Wirtschaft und unsere Lebensweise haben wird. Bisher war es noch nicht genug, um die Menschen gänzlich von Bargeld abzuwenden. Der alltägliche Bargeldverbrauch nimmt zwar zweifelsohne ab, dies geschieht jedoch langsam. Bares ist nicht mehr ganz Wahres, aber trotzdem immer noch wichtig. 

4) Von der Krise lernen

Die Pandemie ist noch lange nicht vorbei, und die Tendenz zur Bargeldlosigkeit wird sich durchsetzen, sicher auch für Taschengeld.
Weniger Bargeld zu benutzen ist zwar schön und gut, sollte aber nicht die einzige Lehre der Pandemie sein: 56% des Einwohner Luxemburgs geben an, daß sie ab jetzt den Aufbau einer Notfallreserve ernst nehmen werden. 17% allerdings müssen wegen der Pandemie bereits jetzt ihre bestehenden Rücklagen anzapfen. Die Erziehung zu einem verantwortlichen Sparverhalten sollte daher für Eltern der wichtigste Sinn und Zweck von Taschengeld sein.

5) Trend zu mehr Taschengeld?

Es bleibt abzuwarten, ob diese Krise den langfristigen Trend zu mehr Taschengeld für Kinder ab einem jüngeren Alter, beeinflussen wird.
Zwischen der ING Umfrage von 2014 und der Umfrage von 2019 ist der Prozentsatz der Eltern, die regelmäßig Taschengeld geben, um 5% gestiegen. Und der Prozentsatz derjenigen, die es direkt auf ein Bankkonto einzahlen hat sich fast verdoppelt (von 8% in 2014 zu 14% in 2020):

Bisher lauten die Zahlen vom Jugendamt für das Jahr 2020 in Bezug auf die empfohlene Höhe des Taschengeldes, vorerst wie folgt:

* Jugendamt 2020 (deutsche Zahlen)

Zum Abschluss: die Covid-19 Krise als Chance betrachten?

Die aktuelle Krise ist eine Gelegenheit, nochmal hervorzuheben, wie wichtig es ist, für schlechte Zeiten zu sparen. Dies gilt insbesondere, wenn die Familienfinanzen angespannt oder die wirtschaftlichen Aussichten schlecht sind. Das gilt für Taschengeld auch. 

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