Halloween-Special: Grausige Geschäfte und furchtbare Finanzentschlüsse

Halloween steht vor der Tür und somit ist es Zeit, Angst und Schrecken zu verbreiten. Während Totenköpfe und Plastikspinnen die meisten Erwachsenen kalt lassen, bringt die Vorstellung, einen Haufen Geld zu verlieren, die meisten von uns ins Schwitzen. Um das diesjährige Gruselfest gebührend zu feiern haben wir deshalb eine Liste der größten finanziellen Fehlentscheidungen der Geschäftswelt zusammengestellt. Nichts für Warmduscher!

Excite erhält die Möglichkeit, Google für weniger als $1 Million zu kaufen – und lehnt ab.

In den neunziger Jahren, als Google noch in den Kinderschuhen steckte, war Excite die zweitgrößte Online-Suchmaschine weltweit. 1999 bat Larry Page dem Unternehmen an, Google für lächerliche $750.000 zu kaufen. Statt das Angebot anzunehmen, entschieden sich Excite dazu, in die Website ask.com zu investieren. Ask.com weist heutzutage weniger als 2 Prozent Marktanteil auf während Google den Markt dominiert und 173,333 Mal mehr wert ist, als Excite damals gezahlt hätte.

Decca Records erteilen den Beatles eine Abfuhr.

Neujahr 1961 spielte die bis dato unbekannte britische Band beim damals renommierten Plattenlabel Decca Records vor. Der für Studio-Deals zuständige Mike Smith zeigte sich jedoch unbeeindruckt. Seiner Meinung nach waren Rockbands „out“ und er bot einer anderen Band einen Vertrag an. Der Rest ist Geschichte: Die Beatles wurden die erfolgreichste Band ihrer Zeit und revolutionierten die Musikszene während Decca Records mehr oder weniger in Vergessenheit geriet.

Kodak entwickelt die erste Digitalkamera – und verwirft das Konzept.

Wenn die Technik einen Quantensprung macht, gibt es üblicherweise Unternehmen, die mitziehen und vom neuen Trend profitieren, und andere, die auf der Strecke bleiben. Das Fotounternehmen Kodak ging jedoch aus einem ganz anderen Grund baden: 1977 beantragte Kodak ein Patent für eine der ersten Digitalkameras überhaupt. Weil die Firma aber zu jener Zeit den Hauptteil ihres Gewinns mit dem Verkauf von Filmen machte, entschloss sie sich, die neuartige Technologie nicht zu vermarkten. Trotz der stetig fortschreitenden Digitalisierung der Fotografie konzentrierte Kodak sich weiterhin auf traditionellen Film. Als die Firma sich endlich dazu überwand, digitale Kameras zu entwickeln, war die Konkurrenz ihnen meilenweit voraus.

Der Entwickler des Ölbohrers vergisst, seine Erfindung zu patentieren.

1858 wurde Edwin Drake von einem Ölunternehmen dazu beauftragt, ein Ölfeld in Pennsylvania zu erkunden. Nach Öl zu bohren war in jener Zeit ein schwieriges und zeitraubendes Unterfangen, und Drake hatte Mühe, seinen Auftrag zu erfüllen. Nach langem Werken gelang es ihm, ein durch Rohre ergänztes Bohrsystem zu entwickeln, das ihm ermöglichte, nach Öl zu bohren, ohne letzteres zu verunreinigen. Der damit erfundene Ölbohrer brachte einer Menge Leute eine Menge Geld ein. Da er sein Erfindung jedoch nicht hatte patentieren lassen, gehörte Edwin Drake leider nicht zu den Glücklichen.

NASA verliert wegen eines Rechenfehlers Millionen.

Falls Ihnen Dezimalrechnungen und Bruchzahlen in der Schule Kopfschmerzen bereitet haben, seien Sie beruhigt: Den schlauen Köpfen bei der NASA erging es nicht anders. 1999 verlor das Raumfahrtunternehmen ein Mars-Orbiter im Weltraum. Der Grund: Die mit der Konstruktion beauftragte Firma Lockheed Martin hatte bei der Einstellung des Orbiters britische Maße benutzt; die NASA hatte jedoch das metrische System benutzt. Dass die Messungen nicht übereinstimmten, fiel keinem auf.

Blockbuster sagt Nein zu Netflix.

Vor langer, langer Zeit, als noch niemand etwas von Torrents und Online-Streaming gehört hatte, gab es altertümliche Einrichtungen, die Filme zum Verleih anboten. Die Filmverleih-Kette Blockbuster dominierte damals den Markt. Als nun das digitale Zeitalter anbrach, bot Newcomer Netflix dem Unternehmen an, gemeinsam eine Online-Plattform zu entwickeln. Zu sagen, die Manager bei Blockbuster seien nicht beeindruckt gewesen, wäre eine Untertreibung. In den Worten des früheren Netflix CFOs Barry McCarthy: „Sie haben uns quasi ausgelacht.“ 15 Jahre später ist Netflix erfolgreicher den je (die eigens entwickelten TV-Serien House of Cards und Orange is the New Black sind Quotenhits), während Blockbuster in der Unbedeutsamkeit versunken ist. Das nennt man wohl schlechtes Karma.

Ross Perot lehnt ein Kaufangebot von Microsoft ab.

Zu guter Letzt noch ein Fiasko aus Silicon Valley. Als ein 23-jähriger Bill Gates Ross Perot, dem CEO von Electronic Data Systems, 1979 anbot, ihm seine Firma abzukaufen, schien dies der perfekte Deal zu sein. Tatsächlich suchte Perot nach einem kleinen IT-Unternehmen, in das er investieren konnte; Gates brauchte seinerseits einen Partner, um Microsofts Position auf dem Markt zu festigen. Schlussendlich scheiterte der Deal am lieben Geld: den Preis von $50 Millionen, welcher Gates verlangte, fand Perot einfach zu hoch. In einem Interview mit der Seattle Times nannte er diesen Entschluss „eine der größten Fehlentscheidungen, die ich je getroffen habe.“

Diese millionenschweren Fehltritte bereiten den Verantwortlichen wahrscheinlich heute noch schlaflose Nächte. In diesem Sinne: Happy Halloween!

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