Wie funktionieren Anlagefonds?

Anlagefonds oder Investmentfonds sind Körbe von Wertpapieren, die von auf die Finanzmärkte spezialisierten Verwaltungsgesellschaften aufgrund ihrer Entwicklungsmöglichkeiten ausgewählt werden. Diese Fonds funktionieren auf der Basis von Miteigentum: Wenn Sie in einen Fonds investieren, kaufen Sie eine Eigentumsurkunde, die einem Anteil an einem Korb bereits ausgewählter und aktiv von Experten verwalteter Aktien oder Anleihen entspricht. Anlagen in einen Fonds können also sicherer als der Kauf von Einzeltiteln sein, vor allem für Neulinge am Finanzmarkt. Darüber hinaus zeichnen sich Anlagefonds in der Regel durch ein variables Kapital aus, sodass Sie Ihre Wertpapiere jederzeit am Sekundärmarkt tauschen können. Fonds können in verschiedenen Rechtsformen errichtet werden (Société d’Investissement à Capital Variable (SICAV), Fonds Commun de Placement (FCP) usw.). Ferner wird grob zwischen drei Arten von Fonds unterschieden: passiv verwaltete Anlagefonds (oder Indexfonds), aktiv verwaltete Anlagefonds und spekulative Fonds (oder Hedgefonds).

Passiv verwaltete Fonds 

Das Ziel dieser Fonds besteht darin, die Entwicklung eines Marktes, einer Region oder eines spezifischen Sektors nachzubilden. Den Fondsmanagern ist vor allem die Sicherheit der Anlagen wichtig. Sie kaufen Wertpapiere, die Bestandteil eines Börsenindex sind. Der bedeutendste Börsenindex in Luxemburg ist beispielsweise der LuxX, der sich aus den zehn Unternehmen mit der größten Marktkapitalisierung im Land zusammensetzt. Abhängig von der Entwicklung des gewählten Index verändern die Fondsmanager die Zusammensetzung des Portfolios. Das Risikoniveau entspricht dem des Marktes, den sie nachbilden.

Aktiv verwaltete Fonds 

Das Ziel dieser Fonds besteht darin, besser abzuschneiden als der Markt. Die Fondsmanager sind bestrebt, eine attraktive Rendite zu erzielen und den Referenzindex (oder die Benchmark) zu übertreffen. Sie überwachen das makroökonomische Umfeld und passen die Anlagen in ihren Fonds abhängig von der Entwicklung der Lage an. Zur Erwirtschaftung möglichst hoher Gewinne kaufen und verkaufen sie Wertpapiere in großen Mengen. Das Risikoniveau hängt hier von der Aufteilung des Portfolios auf Wachstumswerte, die Werte von Anlagen sowie großen und kleinen Marktkapitalisierungen ab.

Vorsicht bei spekulativen Fonds!

Diese auch als Hedgefonds bezeichneten Fonds sind Risikoanlagen in einem wenig regulierten Umfeld. Die Fondsmanager streben hohe Renditen an und setzen nicht genehmigte Strategien für passiv und aktiv verwaltete Anlagefonds ein. Insbesondere können sie Leerverkäufe tätigen und Fremdkapital aufnehmen, um ihre Anlagekapazität zu erhöhen (Hebeleffekt). Anlagen in spekulativen Fonds können eine attraktive Diversifizierungsquelle für Anleger darstellen, die eine gewisse Risikobereitschaft zeigen. Wenn Sie allzu große Risiken scheuen, sollten Sie Hedgefonds besser vermeiden.

Fondsanlagen: Pro und Contra

Wie alle Finanzprodukte sind Anlagefonds mit Vorteilen, aber auch mit Nachteilen verbunden.

Ihr Hauptvorteil ist die professionelle Verwaltung. So arbeiten erfahrene Fachleute in Vollzeit daran, ein Wertpapierportfolio für Sie zu verwalten. Anlagefonds ermöglichen die Diversifizierung von Anlagen. Sie enthalten nicht nur eine große Zahl verschiedener Titel, sondern verfolgen auch unterschiedliche Ansätze: nach Fondskategorie (Aktien-, Anleihen- und Geldmarktfonds), Wirtschaftssektor, Region, Vermögensgröße (geringe und hohe Marktkapitalisierung), Risikoniveau (Staatsanleihen, Hochzinsanleihen usw.). Die Verwaltungsgebühren und der Ausgabeaufschlag sind in der Regel gering. Schließlich können Sie Ihre Anteile auf sehr einfache Weise kaufen und verkaufen, indem Sie sich an den Fondsanbieter wenden oder über einen Makler, Finanzberater, eine Bank oder Versicherungsgesellschaft oder sogar online über eine Website Transaktionen tätigen.

Allerdings haben Sie überhaupt keine Kontrolle über Anlagefonds: So können Sie die Käufe und Verkäufe nicht beeinflussen und wissen nicht jederzeit, wie der Fonds sich zusammensetzt. Sie können auch nicht auf die Sekunde genau kontrollieren, wie die Kurse Ihrer Anteile sich entwickeln, wie es bei Aktien der Fall ist. Beim Kauf oder Verkauf Ihrer Anteile erfahren Sie den Wert erst nach einigen Stunden, wenn der Nettoinventarwert des Fonds zum Zeitpunkt des Kaufs oder Verkaufs Ihrer Titel berechnet wird. Die Verwaltungsgebühren sind jedes Jahr zu zahlen, selbst wenn die Fonds, in die Sie investieren, sich negativ entwickeln.

Anlagefonds stellen zweifellos eine attraktive Option dar, doch Sie müssen wissen, in welche genau Sie investieren sollten. Wenden Sie sich an Ihren Bankberater, bevor Sie eine Entscheidung treffen. Falls noch nicht geschehen, stellen Sie gemeinsam ein Anlegerprofil auf, das zu Ihnen passt. Auf diese Weise ersparen Sie sich Enttäuschungen und Ernüchterung.

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