Was ist ein alternativer Investmentfonds?

Bevor wir diese Frage beantworten, werden wir uns zunächst die Definition eines Investmentfonds nochmals ansehen. Es handelt sich um Wertpapierkörbe, deren Wertpapiere für ihr Entwicklungspotenzial von Vermögensverwaltungsgesellschaften ausgewählt wurden, die Experten auf dem Gebiet der Finanzmärkte sind. Hierbei gibt es zwei große Kategorien. Zunächst sind da die Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapiere (OGAW). Sie unterliegen der europäischen UCITS-Richtlinie (Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities) sowie europaweit geltenden Anlageregeln und richten sich an alle Arten von Anlegern. 

Eine größere Auswahl an Vermögenswerten

Dann gibt es noch die sogenannten alternativen Investmentfonds. Sie unterliegen einer anderen europäischen Richtlinie, der AIFMD (oder Alternative Investment Fund Manager Directive). Im Gegensatz zur UCITS-Richtlinie bietet diese den Verwaltern eine Vielfalt an Vermögenswerten, in die sie investieren können, sowie die Nutzung von flexibleren Verwaltungsmethoden wie beispielsweise der Möglichkeit, schnell seine Anlagen zu verkaufen. Die Anlagepolitik muss allerdings von der Marktregulierungsbehörde genehmigt werden. In Luxemburg ist dies die Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF).

Alternative Investmentfonds können dieselbe Rechtsform annehmen, wie die OGAW, das heißt jene von Investmentfonds (Fonds Communs de Placement - FCP), die keine Rechtsperson sind und eine Verwaltungsgesellschaft ernennen müssen, die sie verwaltet, von Investmentgesellschaften mit variablem Kapital (Société d’Investissement à Capital Variable - SICAV), deren Kapital in Abhängigkeit der Zeichnungen oder Rücknahmen ihrer Anleger durchgehend schwankt, und von Investmentgesellschaften mit festem Kapital (Société d’Investissement à Capital Fixe - SICAF).  Hinzu kommt in Luxemburg der spezialisierte Investmentfonds (Fonds d’Investissement Spécialisé - FIS) und die Investmentgesellschaft mit Risikokapital (Société d’Investissement en Capital à Risque - SICAR). 

Der spezialisierte Investmentfonds (FIS)

Der spezialisierte Investmentfonds (FIS) wurde durch das Gesetz vom 13. Februar 2007 geschaffen und kann in alle möglichen Vermögenswerte investieren: Wertpapierfonds, Immobilienfonds, traditionelle Geldmarktfonds, spekulative Fonds (Hedgefonds) oder Risikokapitalfonds. Im Gegensatz zu Publikumsfonds profitiert der FIS von flexibleren Vorschriften und bietet somit den Anlegern einen niedrigeren Schutz. Deshalb richtet er sich lediglich an institutionelle, professionelle oder qualifizierte Anleger.

Die Investmentgesellschaft mit Risikokapital (SICAR)

Die Investmentgesellschaft mit Risikokapital (SICAR) wurde durch das geänderte Gesetz vom 15. Juni 2004 geschaffen und investiert direkt oder indirekt in Unternehmen für ihre Gründung, Entwicklung oder Börseneinführung. Im Gegensatz zu den anderen Fonds muss die SICAR bei ihrer Anlagenauswahl nicht den Grundsatz der Risikoaufteilung einhalten. Sie kann beispielsweise in ein einziges Unternehmen oder einen sehr kleinen Bereich wie die Biotechnologie investieren. Aufgrund des hohen Risikos einer Anlage in eine SICAR, steht diese lediglich erfahrenen Anlegern zur Verfügung.

Der alternative vorbehaltene Investmentfonds (Fonds d’Investissement Alternatif Réservé - FIAR)

Um das Angebot an hochwertigen Anlagen zu erweitern, wurde am 14. Juli 2016 ein neues Anlagevehikel votiert, der Fonds d’Investissement Alternatif Réservé (FIAR). Der FIAR weist ähnliche Merkmale wie der FIS auf, unterliegt jedoch nicht der Genehmigung und Aufsicht der Commission de Surveillance du Secteur Financier. Der Zeitraum zwischen der Lancierung und dem Vertrieb des Fonds wird somit umfassend verkürzt. Zuvor bedurfte es einer gewissen Zeit, um die Genehmigung zu erhalten, jetzt bedarf es lediglich einige Tage, sobald der Fonds rechtlich gegründet wurde. Andere Konsequenz: Die Kosten für die Fondsgründung, und insbesondere die rechtlichen Kosten, werden sinken. Schließlich, wie man es sich denken kann, kommen lediglich gewisse Anlegerkategorien für eine Anlage in den FIAR in Frage.

Es ist offensichtlich, dass die Fondsindustrie in Luxemburg immer komplexer wird, dies ist jedoch unentbehrlich, wenn die Börse weltweit weiter mithalten möchte. 

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