Wie vermitteln Sie Ihren Kindern am besten den Umgang mit Geld?

Wenn Sie bereits Eltern sind, haben Sie sicher bereits das eine oder andere Mal folgende Situation erlebt: Beim Einkaufen sieht Ihr Kind plötzlich ein Spielzeug, bettelt Sie an, ihm das Objekt der Begierde zu kaufen und bekommt mitten im Supermarkt einen Wutanfall, wenn Sie sich weigern. Da hilft es nichts, wenn Sie erklären, dass das Spielzeug zu teuer ist. Ihr Kind weint um so mehr. Sollten Sie seinen Wünschen nachgeben? Ganz sicher nicht. Es ist möglich und sogar wünschenswert, seinem Kind den richtigen Umgang mit Geld zu vermitteln. Wie? Hier sind sechs Möglichkeiten, Ihrem Kind den Wert des Geldes zu vermitteln.

Erklären Sie Ihrem Kind, dass es nicht alles haben kann.

Wenn Ihr Kind seine Frustration durch einen Wutanfall zum Ausdruck bringt wie oben beschrieben, bringt es nichts, mit ihm über den Wert des Geldes zu sprechen. Warten Sie besser, bis es sich beruhigt hat, und erklären Sie ihm, dass es nicht alles haben kann, dass es im Leben Entscheidungen zu treffen gilt und Sie auch nicht alles kaufen können, was Sie sich wünschen.

Geben Sie vor allem nicht der Versuchung nach, ihm das Spielzeug zu kaufen, weil Sie Ihr Kind nicht enttäuschen möchten. Damit erweisen Sie ihm einen schlechten Dienst und auch Ihnen ist damit nicht geholfen, weil Ihr Kind immer mehr will. Einige einfache Gesten – selbst wenn sie kostenlos sind – machen Ihr Kind ebenso glücklich – ein Kuss, eine Umarmung, gemeinsam verbrachte Zeit oder liebevolle Worte.

Vermitteln Sie Ihrem Kind den Unterschied zwischen Bedürfnissen und Wünschen.

Beeinflusst von seinen Freunden und der Werbung, die es täglich im Fernsehen sieht, hat Ihr Kind – wie alle Kinder – zahlreiche Wünsche. Stellen Sie Ihr Kind jedes Mal, wenn es einen Wunsch äußert, auf den Prüfstand. Braucht es sein Objekt der Begierde wirklich und warum? Kann es ohne dieses Objekt leben? Wird es das Objekt lange benutzen oder schnell das Interesse verlieren?

Zeigen Sie Ihrem Kind, wie Sie Ihr Budget planen.

Sie müssen Ihrem Kind nicht sagen, wie viel Sie verdienen oder wie viel Miete Sie zahlen. Stattdessen sollten Sie ihm verdeutlichen, dass es im Leben bestimmte unverzichtbare Dinge gibt, die bezahlt werden müssen, um gesund zu bleiben und zu wachsen. Wenn darüber hinaus noch Geld übrig bleibt, können Sie beschließen, Dinge zu kaufen, die Ihnen Freude bereiten. Es reicht nicht aus, zur Bank oder zum Geldautomaten zu gehen, um Geld zu bekommen. Sie müssen arbeiten, das verdiente Geld sparen und Ihre Einkäufe planen. Wenn Sie Ihrem Kind zeigen, wie Sie Ihr Budget planen, und darauf verweisen, dass Sie sparen müssen, bevor Sie Geld ausgeben können, sind Sie ihm ein gutes Vorbild und vermitteln ihm von Anfang an gute Gewohnheiten.

Nehmen Sie Ihr Kind mit zum Einkaufen.

Nehmen Sie Ihr Kind mit, wenn Sie einkaufen gehen, und zeigen Sie ihm den Preis von Artikeln. Lassen Sie es bei kleinen Einkäufen selbst bezahlen und das Wechselgeld annehmen. Auf diese Weise lernt es den Wert des Geldes besser zu verstehen.

Vermitteln Sie Ihrem Kind das Konzept des Sparens.

Dafür eignet sich nichts besser als das gute alte Sparschwein. Selbst wenn es altmodisch erscheinen mag oder das Geld zunehmend abwertet, hat das Sparschwein einen unverzichtbaren Bildungswert. Es veranschaulicht Ihrem Kind den Wert jedes einzelnen Geldstücks und zeigt, wie Beträge anwachsen. Wenn Sie später ein Bankkonto für Ihr Kind eröffnen, versteht es, dass das gesparte Geld sicher verwahrt wird.

Zeigen Sie Ihrem Kind spielerisch, dass Geld häufig überschätzt wird

Motivieren Sie Ihr Kind, indem Sie eine einfache Lebensweise bevorzugen, dabei spielerisch vorgehen und vor allem zeigen, dass Geld häufig überschätzt wird. Zeigen Sie ihm durch Spiele und Belohnungen, dass sich Geld durch einen umsichtigen Umgang vermehrt und nützlich einsetzen lässt. Schlagen Sie Ihrem Kind vor, alle Geldstücke unter 1 Euro in ein durchsichtiges Einmachglas statt in ein Sparschwein zu tun, um es zum Sparen zu veranlassen. Auf diese Weise sieht es mit eigenen Augen, wie sein Kapital anwächst und dass seine Bemühungen sich von Tag zu Tag auszahlen. Sobald das Glas voll ist, lassen Sie es selbst entscheiden, was es mit dem Geld tun möchte.

Selbst das Aufstellen eines Budgets kann ein interessanter Zeitvertreib sein. Bitten Sie Ihr Kind beispielsweise, sich einen Beruf mit einem zugehörigen Gehalt und eine Wohnung oder ein Haus auszusuchen (beispielsweise aus einer beliebigen Zeitschrift). Anschließend muss es alle Ausgaben für den Lebensunterhalt auflisten (Strom, Internet, Fernsehen, Möbel, Unterhaltung usw.) und den Unterschied zwischen Einkommen und Ausgaben berechnen.

Wenn Sie diesen Ratschlägen folgen, vermitteln Sie Ihrem Kind eine gute Grundlage für die Zukunft. Als Erwachsener hat es damit alle Chancen für ein gesünderes und ausgewogeneres Verhältnis zu seinen Finanzen.

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