Auf den Spuren von Erasmus – Studienmöglichkeiten im Ausland

Wenn sie 18 werden, können viele junge Erwachsene es kaum erwarten, neue Abenteuer zu erleben. Im Ausland zu studieren bietet eine strukturierte Möglichkeit, ein neues Land zu entdecken, seine Sprachkenntnisse zu verbessern und international anerkannte Qualifikationen zu erhalten. Auch einige Arbeitgeber betrachten es als Vorteil, wenn Studierende den Mut hatten, etwas Neues zu entdecken, oder wenn sie Erfahrungen mitbringen, die für ein international tätiges Unternehmen nützlich sein können.

In ein anderes Land zu gehen, um dort zu leben und in einer Sprache zu studieren, die nicht die eigene Muttersprache ist, kann einschüchternd wirken. Das gilt aber vielleicht für Studierende aus Luxemburg nicht ganz so sehr wie für viele ihrer Kommilitonen aus anderen europäischen Ländern.

Durch die Mehrsprachigkeit des Landes und seinen engen Kontakt zu anderen Kulturen haben die Studierenden einen Vorsprung, wenn es darum geht, sich auf das Studium und das tägliche Leben im Ausland einzustellen. Die Universität Luxemburg wurde erst im August 2003 gegründet. Es ist also gerade einmal eine Generation her, dass ausländische Universitäten – hauptsächlich in Frankreich und Belgien, aber auch in Deutschland, Großbritannien und Italien – die einzige Möglichkeit darstellten, einen vollen Hochschulabschluss zu bekommen.

Selbst heute noch liefert die geringe Größe und Bevölkerung des Landes den Studierenden überzeugende Gründe, ihren Horizont an einer Universität im Ausland zu erweitern. Dazu haben sie im Wesentlichen zwei Möglichkeiten. Zunächst einmal können sie an einem Austauschprogramm der Universität Luxemburg teilnehmen. Alle ihre Studierenden in Erststudiengängen müssen mindestens ein Semester an einer Universität im Ausland studieren. Die Partnerschaftsprogramme gehen jedoch noch darüber hinaus und beinhalten auch Forschungsprojekte und Forschungsaustausch.

Zu den Partnerinstituten der Universität gehören unter anderem das Kings College London und die französische Université de Montpellier. Beide sind hervorragende Institute, die schon seit Langem Studierende aus dem Großherzogtum aufnehmen.

Eine weitere Option ist das Erasmus-Studienaustauschprogramm der EU (benannt nach dem in Rotterdam geborenen Intellektuellen und Philosophen Desiderius Erasmus aus dem 15. Jahrhundert, der in Paris studierte und in Cambridge lehrte). Mit seiner Hilfe können über 4.000 Teilnehmer gleichzeitig für drei bis 12 Monate an einer Universität in einem anderen Mitgliedsstaat studieren. Dank dieser Möglichkeiten können die Studierenden einmal für eine Weile im Ausland leben und studieren. Dabei wissen sie, dass sie nach drei, sechs oder 12 Monaten wieder nach Hause zurückkehren werden.

Studierende, die ihr komplettes Studium in einem anderen Land absolvieren und dort einem Abschluss erwerben möchten, sollten die Kosten sowohl der Studiengebühren als auch für ihren Lebensunterhalt bedenken. Die Studiengebühren an Universitäten sind europaweit sehr unterschiedlich. In einigen Ländern, beispielsweise in Irland, Frankreich, Deutschland und einigen der skandinavischen Länder, ist die Hochschulausbildung kostenlos oder sehr günstig. In anderen EU-Ländern wie etwa Großbritannien ist sie fast so teuer wie in den USA. Möglicherweise sind Darlehen, Zuschüsse oder Stipendien verfügbar. Diese unterscheiden sich jedoch im Hinblick auf Höhe und Verfügbarkeit stark von Land zu Land.

EU-Staatsangehörige genießen bestimmte Privilegien. Von EU-Bürgern, die in einem anderen Mitgliedsstaat studieren, dürfen keine höheren Studiengebühren erhoben werden als von inländischen Studierenden. Außerdem haben sie Anspruch auf dieselbe finanzielle Unterstützung für eine höhere Bildung, die die Regierung des Gastlandes auch den eigenen Einwohnern gewährt.

Dies gilt jedoch nicht für Studiendarlehen oder Zuschüsse zum Lebensunterhalt. Jeder, der über ein Studium im Ausland nachdenkt, sollte sich mit den Regelungen für den Zugang zu finanzieller Unterstützung auseinandersetzen, die in den jeweiligen Ländern gelten. In einigen Fällen können Studierende, die seit mindestens fünf Jahren im Land leben, zu denselben Bedingungen wir die Staatsangehörigen dieses Landes einen Zuschuss zum Lebensunterhalt erhalten. Auch die Luxemburger Regierung leistet ggf. Unterstützung zum Lebensunterhalt.

Vor diesem Hintergrund sollte jemand, der im Ausland studieren möchte, sich mit den allgemeinen Lebenshaltungskosten im gewählten Land befassen. Oft ist es für die Studierenden günstiger, außerhalb von Luxemburg zu leben. In ganz Europa sind die Lebenshaltungskosten nur in den Städten der Schweiz sowie in London, Dublin und Paris höher als hier.

Es bleiben also ganz Deutschland, Spanien und Italien ebenso wie traditionsreiche Universitäten in den Niederlanden wie Amsterdam, Delft und Leiden oder die belgischen Städte Brüssel, Löwen und Gent.

Darüber hinaus gibt es die berühmten britischen Universitätsstädte wie Oxford, Cambridge und Edinburgh – hier sind die Studienplätze jedoch manchmal stark umkämpft. Außerdem kommt der bevorstehende EU-Austritt Großbritanniens erschwerend hinzu. Die Kosten und die Auswirkungen des Brexit auf die Zugangsvoraussetzungen für Studierende aus anderen europäischen Ländern werden möglicherweise nicht so rasch geklärt.

Letztendlich kann ein Studium im Ausland ein großes Abenteuer sein, das noch nicht einmal unbedingt teurer sein muss und mit dem man sich großartige Karrierechancen in Luxemburg, den anderen Ländern Europas und darüber hinaus eröffnen kann. 

Artikel, die Sie interessieren könnten