Ist das Leben zu zweit billiger?

Ja und nein. Einerseits bringt die gemeinsame Übernahme bestimmter Kosten (Miete, Lebensmittel, Auto usw.) große Einsparungen. Und wenn das Paar seine Partnerschaft durch das Standesamt seiner Wohngemeinde beurkunden lässt, ist zudem die Besteuerung günstiger als bei zwei Singles – selbst ohne Kind. Auf der anderen Seite ist das Leben zu zweit dennoch kein Paradies für Pfennigfuchser. Es können heimliche Ausgaben hinzukommen, weil beispielsweise ein Partner dem Lebensstil des anderen keine Grenzen auferlegen möchte oder aus Angst, die Beziehung zu gefährden, seine Schulden verheimlicht.

Welche finanziellen Auswüchse sind im Leben zu zweit möglich und wie lassen sie sich vermeiden?

1. Zunächst eine individuelle, dann eine gemeinsame Bilanz aufstellen.

Bevor eine neue Bilanz für das Paar erstellt wird, sollte jeder zunächst seine Guthaben und Schulden auflisten. Dadurch kann man die Vermögenswerte identifizieren, die man für sich behalten möchte, und die Verbrauchs- und Spargewohnheiten seines Partners besser verstehen. So vermeiden Sie auch, den anderen vorschnell als Geizkragen oder Verschwender einzustufen.

2. Bei dir, bei mir oder bei uns?

Wenn man zusammenzieht, müssen notgedrungen Entscheidungen getroffen werden. Welche Möbel und Elektrogeräte wollen Sie behalten? Welche wollen Sie verkaufen, verschenken oder wegwerfen? Oder vielleicht möchten Sie alles neu kaufen? Entscheiden Sie sich für eine Wohngemeinschaft oder gemeinsames Wohneigentum? Im zweiten Fall sollten Sie zunächst einen Rechtsanwalt oder Notar aufsuchen, um gerechte Regeln aufzustellen, insbesondere wenn die Kapitaleinlage von unterschiedlicher Höhe ist und Sie planen, dass die Kreditzahlungen unterschiedlich sind.

3. Ein gemeinsames Budget aufstellen 

Diese Operation kann sich als schwierig oder sogar heikel erweisen. Aber sie ist die beste Möglichkeit, die monatlichen Einnahmen und Ausgaben der beiden Partner zu kennen und sich auf eine gerechte, einkunftsabhängige Verteilung zu einigen. Welchen Teil Ihres Einkommens werden Sie für die gemeinsamen Ausgaben aufbringen? Welche Summe behalten Sie für Ihre persönlichen Ausgaben? Wie werden Sie die Ausgaben aufteilen?

Sie haben im Wesentlichen drei Möglichkeiten:

  • Gemeinsame Kasse: Dieses Modell, bei dem alles zusammengelegt wird, kann eine Konfliktquelle werden, wenn einer der Partner sehr verschwenderisch ist oder wenn die Einkommensunterschiede groß sind. Weitere Nachteil: Beim Tod eines Partners kann das gemeinsame Konto eingefroren werden.
  • „Halbe-halbe“: Die Aufteilung in gleiche Teile kann für Partner geeignet sein, die in etwa gleich viel verdienen, erlaubt es aber nicht, Ungleichheiten auszugleichen. Der reichere Partner wird reicher, während der ärmere verarmt.
  • Anteilig: Die gemeinsamen Ausgaben werden im Verhältnis zum Gehalt der beiden Partner festgelegt. Durch diese Methode kann der Partner, der weniger verdient sparen und seine Unsicherheit verringern. Sie kann jedoch dem missfallen, der mehr verdient, selbst wenn sie die gerechteste Methode ist.

4. Darauf achten, dass sich nicht ein Partner auf Kosten des anderen bereichert

Auch wenn das bequem zu sein scheint, wenn Sie weniger als Ihr Partner verdienen, sollten Sie sich nicht dazu verleiten lassen, den größten Teil der täglichen Ausgaben zu übernehmen und es Ihrem Partner zu überlassen, in seinem Namen die dauerhaften Güter (z. B. Haus und Möbel) zu zahlen. Diese besitzen einen Wiederverkaufswert, und im Fall einer Trennung gehört Ihnen dann gar nichts.

5. Einen Vertrag über das Zusammenleben oder eine Vermögensvereinbarung abschließen

Heute erleben Sie die große Liebe, und das ist fantastisch! Nutzen Sie die Zeit, in der alles gut geht, um Regeln für den Fall der Trennung aufzustellen: die Art, wie bestimmte Vermögenswerte aufgeteilt werden sollen, ein Inventar und die Aufteilung der gemeinsamen Güter, die Belegung des Hauses usw. Schreiben Sie diese Regeln in einem Vertrag über das Zusammenleben fest, wenn Sie in einer Wohngemeinschaft leben, oder in einer Vermögensvereinbarung, wenn Sie Ihre Partnerschaft an Ihrem Wohnort deklariert haben. Wenden Sie sich gegebenenfalls an einen Rechtsanwalt oder Notar, damit er Ihnen bei der Formulierung dieser Dokumente hilft.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Liebe und Geld miteinander in Einklang zu bringen sind, wenn jeder ganz offen seine Bedürfnisse, Erwartungen und Grenzen zum Ausdruck bringt.

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