Zwei Hühner für ein Schwein – oder warum wir begonnen haben, Geld zu benutzen

Eines Tages suchte ich verzweifelt nach meiner Geldbörse, um das Abendessen zu bezahlen, als mein Freund mich fragte: „Müssen wir jetzt Teller waschen ?“ Und einen kleinen Moment lang fragte ich mich, ob der Ober unser bescheidenes Küchendienstangebot wohl als Gegenleistung für die leckere Hummersuppe und das argentinische Steak akzeptieren würde.
Natürlich machte mein Freund nur Spaß, aber er brachte mich zum Nachdenken. Wann haben wir begonnen, Waren und Dienstleistungen mit Geld zu bezahlen ? Und wann haben wir beschlossen, einen Preis zu zahlen anstelle des eigentlichen Wertes dieser Waren und Dienstleistungen ? Zunächst betrieben die Menschen Tauschhandel. Sie tauschten Dinge, die sie im Überfluss hatten, gegen Waren und Dienste, die sie brauchten. Das bedeutete, dass sie Leute finden mussten, die zum Tauschen bereit waren. Und sie mussten sich über die ausgetauschten Waren und ihren Wert einig werden. Zwei Hühner für ein Schwein, ein Sack Reis für einen Sack Bohnen.

Ein Mittel zum Zweck

Es war ein ziemlich unproduktives System. Was passierte, wenn jemand einen Schweinebesitzer fand, der keine Hühner, dafür aber eine Kuh wollte, und einen Kuhbesitzer, der Hühner wollte? Er konnte die Hühner gegen die Kuh eintauschen und dann die Kuh gegen das Schwein. Was aber, wenn der Kuhbesitzer in einer anderen Stadt lebte und er zu ihm hin- und dann wieder zurückreisen musste?

Die Leute begannen, Massenwaren, die fast jeder benutzte, als Grundlage für ihre Tauschgeschäfte zu verwenden: Reis, Muscheln, Saatkörner, Salz. Aber diese Dinge waren verderblich und schwierig zu lagern.

So wanden sie sich dem Metall zu und begannen, Münzen herzustellen. Metalle waren eine gute Alternative: Ihr Wert wurde allgemein akzeptiert, da sie geschmolzen und für andere Dinge verwendet werden konnten. Dadurch war der Vergleich der Kosten (d.h. des Preises) verschiedener Güter möglich.

Ein kleines Stück Papier

Im 9. Jahrhundert war es eine gefährliche Angelegenheit, Münzen bei sich zu tragen. Und eine schwierige noch dazu, wenn man bedenkt, dass das Metallgewicht oftmals dem Nennwert der Münzen entsprach! Bis ein erfinderischer chinesischer Handelsmann beschloss, all seine Münzen bei einer Bank zu hinterlegen. Dafür erhielt er ein Papier, auf dem der Wert des deponierten Geldes notiert war.

Der Händler wusste, wie viel Geld er hatte, und konnte das Papier jederzeit verwenden, um es bei der Bank wieder gegen seine Münzen einzutauschen oder um es weiterzugeben und sich für den Wert seiner Münzen Waren oder Dienstleistungen zu kaufen.

Der Unterschied zwischen Preis und Wert

Von da an war das Anhäufen eines Vermögens und das Ausgeben eines Teils davon nur noch mit dem Austausch eines Stückchens Papier verbunden, dessen Preis im Vergleich zum Wert, den es darstellte, unbedeutend war.

Und so ist es auch heute noch, wo wir wissen, dass Geld allein zwar nicht glücklich macht, aber dass wir damit Dinge kaufen können, die uns das Leben erleichtern. Und letztendlich geht es darum, den Unterschied zwischen dem, was diese Dinge kosten, und dem Wert, den sie für uns haben, zu verstehen.

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