Welche Lösungen sind für das kontaktlose Bezahlen optimal?

Wird die aktuelle Gesundheitskrise unsere Zahlungsgewohnheiten endgültig revolutionieren? Seit die Weltgesundheitsorganisation im März 2020 darauf hingewiesen hat, dass beim Austausch von Münzen und Geldscheinen durchaus ein Ansteckungsrisiko besteht, ist das kontaktlose Bezahlen per Bankkarte und Mobiltelefon zur ultimativen Hygienemaßnahme zum Schutz vor dem Coronavirus avanciert – und feiert einen wahren Siegeszug. Doch worin besteht diese neue Zahlungsweise genau, wie funktioniert sie, und welche Lösungen werden angeboten?

Das System der kontaktlosen Zahlungen beruht auf NFC (Near Field Communication, dt. Nahfeldkommunikation). Diese drahtlose Kommunikationstechnologie für die Datenübertragung über kurze Strecken im Hochfrequenzbereich setzt einen eingebauten Chip und eine Antenne voraus und erlaubt den Informationsaustausch zwischen zwei Peripheriegeräten bis zu Entfernungen, die unter fünf Zentimetern liegen. Der Kunde hält einfach seine Bankkarte, sein Handy oder seine Smartwatch in die Nähe der Bezahlstation oder des Zahlungsterminals des Händlers, um seine Einkäufe wortwörtlich im Handumdrehen zu begleichen. Das System ist praktisch und vollkommen sicher: Es muss kein Code eingegeben und kein Wechselgeld zurückgegeben werden, und es ist kein Berühren des Zahlungsterminals zum Einführen der Karte oder zur Eingabe der Geheim-PIN erforderlich.

Per Bankkarte oder Mobiltelefon

Man unterscheidet zwei Arten des kontaktlosen Bezahlens: Per Bankkarte und per Smartphone (oder Smartwatch). In Luxemburg bieten alle namhaften Geldhäuser Bankkarten (Kredit- und VPAY-Debitkarten) an, die mit der NFC-Technologie ausgestattet sind. Falls Sie nicht von dieser Funktion Gebrauch machen möchten, auf die das Contactless-Symbol hinweist, können Sie sie per Anfrage an Ihre Bank deaktivieren lassen. Die kontaktlose Bankkarte wird vornehmlich für kleinere Einkäufe genutzt, deren Höchstwert bis vor kurzem auf 25 Euro beschränkt war. Seit dem 1. April 2020 wurde diese Obergrenze auf 50 Euro angehoben. Der Gesamtwert von nacheinander getätigten Einkäufen kann 100 Euro jedoch nicht übersteigen. Ab diesen beiden Limits müssen Sie Ihre PIN eingeben.

Das mobile Bezahlen ist hingegen auch bei höheren Beträgen möglich. Hier ist die Obergrenze mit der Ihrer Kredit- oder Debitkarte vergleichbar, und Sie können zusätzliche Funktionen nutzen. Am Markt gibt es verschiedene Lösungen. In Luxemburg sind derzeit Apple Pay, Google Pay, Samsung Pay und Digicash am weitesten verbreitet. Die drei ersten Lösungen funktionieren nach demselben Prinzip: Die Kreditkarte liegt in digitaler Form in der elektronischen Geldbörse („Wallet“) des Mobilgeräts oder -telefons vor. Dem Nutzer stehen stets folgende Dienstleistungen zur Verfügung:  das Bezahlen von Einkäufen auf dieselbe Weise wie mit kontaktlosen Bankkarten und das sofortige Bezahlen in Apps oder mobilen Websites, sofern es sich bei diesen um Partner handelt. Der einzige spürbare Unterschied liegt in ihrer Abrechnungsweise: Jede Lösung funktioniert nur mit Produkten, die derselben Marke angehören (Apple, Samsung) oder dasselbe Betriebssystem aufweisen (Android bei Google-Geräten). Voraussetzung ist natürlich immer die Ausstattung mit der NFC-Technologie. Zudem bieten nicht alle Banken diese mobilen Zahlungslösungen an. Erkundigen Sie sich am besten bei Ihrem Finanzinstitut, um herauszufinden, zu welcher dieser drei mobilen Zahlungslösungen es Kompatibilität anbietet. 

Scannen, bestätigen – fertig!

Digicash by Payconiq ist ein mobiler Zahlungsservice, der von den größten Banken des Großherzogtums angeboten wird und es Ihnen erlaubt, direkt von Ihrem Girokonto aus Zahlungen vorzunehmen. Seine Nutzung ist relativ einfach: Nachdem Sie die App Digicash Ihres Finanzinstituts[1] heruntergeladen und mit Ihrem Bankkonto verknüpft haben, können Sie in Geschäften und Restaurants kontaktlos bezahlen, Ihre Rechnungen ohne Eingabe des Rechnungszeichens oder -betrags oder des Zahlungsempfängers begleichen und im Internet und in Apps einkaufen, ohne Ihre Kreditkarte hervorkramen zu müssen. Sie halten einfach Ihr Smartphone an eine Digicash-Säule, scannen den QR-Code auf der Rechnung oder wählen Digicash als Zahlungsart und bestätigen die Zahlung mit Ihrem Fingerabdruck oder Ihrer PIN. Sie können sogar ganz unkompliziert Geld verschicken. Hierzu müssen Sie nur die Mobiltelefonnummer des Empfängers angeben: Das Geld wird per Banküberweisung von Ihrem Konto auf das Konto des Empfängers übertragen.  

Bislang lässt sich dieser Online-Bezahlservice nur in Luxemburg und bei einer Reihe an Partnern nutzen, zu denen 73 % der Kommunalverwaltungen sowie die Großherzogliche Polizei zählen! Nach und nach gewinnt diese Zahlungsart jedoch an Popularität: Die Anzahl der Partner im Einzelhandel nimmt Jahr für Jahr zu, und schon bald werden auch grenzüberschreitende Zahlungen möglich sein.

 

[1] Um mehr über Digicash mit ING zu erfahren, klicken Sie hier.

06/2020

Artikel, die Sie interessieren könnten

  • Der Kurs einer Devise entspricht dem Wert dieser Devise gegenüber einer anderen Devise. Dieser Umrechnungssatz einer Währung in eine andere wird auch "Währungsparität" genannt.

  • Der automatische Informationsaustausch zu Steuerzwecken ist eine von der Europäischen Union auferlegte Maßnahme für eine erhöhte Transparenz in Steuersachen und die Zusammenarbeit zwischen europäischen Steuerbehörden. Er läutet so gesehen das Ende des Bankengeheimnisses ein, wie es im Großherzogtum Luxemburg jahrelang betrieben wurde. Dieser automatische Informationsaustausch geschieht in zwei Schritten.

  • Die IBAN (International Bank Account Number) ist eine international standardisierte Nummer, anhand der sich dank einer europaweit vereinheitlichten Struktur das Bankkonto eines Kunden eindeutig erkennen lässt. Diese Nummer besteht aus höchstens 34 und mindestens 14 alphanumerischen Zeichen. Für jedes Land ist eine bestimmte Länge festgelegt.