Welche Ausgaben erwarten Sie als Senior?  

Für viele unter Ihnen ist es vielleicht noch verfrüht, sich diese Frage zu stellen. Doch die Zeit vergeht dermaßen schnell, dass man besser bereits vorab wissen sollte, was uns bei Erreichen des Rentenalters – derzeit 65 Jahre in Luxemburg – erwartet.

Mit dem Eintritt in den Ruhestand ändert sich schrittweise die Struktur unserer Ausgaben. Selbst wenn sich die Senioren von heute – und noch mehr die von morgen! – einer weitaus besseren körperlichen Verfassung erfreuen, als dies der Fall bei den vorangegangenen Generationen war, so entfällt der Großteil ihrer Ausgaben trotz allem auf die Posten Gesundheit und Körper- bzw. Schönheitspflege sowie auf Versicherungen (beispielsweise Krankenzusatzversicherungen). Mit zunehmendem Alter steigt das Krankheitsrisiko, ist die Mobilität erschwert und werden Unfälle häufiger.

Auch andere Ausgabenpositionen treten verstärkt in den Vordergrund wie beispielsweise die Umgestaltung der Wohnung. Nach dem Auszug der Kinder suchen sich viele Senioren eine kleinere, komfortablere Wohnung. Andere nehmen innerhalb ihrer bestehenden Wohnung seniorengerechte Umbauten vor, um sie den Erfordernissen ihrer veränderten Mobilität anzupassen. Die lange Treppe auf den zweiten Stock, die man früher flugs hinaufstürmte, wird rasch zur Qual, wenn die Beine nicht mehr so können, wie man es gerne möchte!

Entgegen der allgemeinen Vorstellung investieren Senioren durchaus in die neuen Technologien. Sie sind immer häufiger als aktive Nutzer der sozialen Netzwerke anzutreffen, zudem bilden sie die größte Gruppe von Online-Konsumenten. Denn dank des Internets sind Einkaufen und soziale Kontakte so einfach wie nie zuvor. Und es besteht kein Zweifel daran, dass sich dieser Trend bei den Generationen noch verstärken wird, die mit PC und dem Internet groß geworden sind.

Auf dem Weg zur Seniorenwirtschaft!

Die Ausgaben für Kommunikation nehmen mit dem Alter tendenziell ab. Zu Beginn des Ruhestands geben Senioren viel Geld für Reisen sowie für kulturelle und sportliche Aktivitäten aus. Später nehmen die Ausgaben für Kleidung, Nahrung und Freizeit entsprechend der eingeschränkten Mobilität schrittweise ab.    

Doch dieser Trend dürfte sich in Zukunft umkehren. Mit den „Baby-Boomern“ hat sich das Verbraucherverhalten der Senioren inzwischen erheblich verändert. Studien ergaben ein stark abweichendes Verhalten zwischen den Senioren, die vor dem Krieg und denjenigen, die danach geboren wurden. Erstere setzen verstärkt auf Autonomie und schränken die nicht unbedingt erforderlichen Ausgaben ein. Die zweite Gruppe ist konsumfreudiger, denn sie ist in einem Gesellschaftsmodell des Massenkonsums groß geworden.

Um diese neue Seniorengeneration, die zusehends nach altersgruppenspezifischen Produkten verlangt, anzusprechen, schenken die Unternehmen der Seniorenwirtschaft inzwischen verstärkt Beachtung. Personalisierte Dienstleistungen, Autonomie fördernde Technologien, Hausautomatisierung und das Internet der Dinge sind Geschäftsfelder, die künftig nicht mehr wegzudenken sein werden, und sich in den kommenden Jahren sehr stark entwickeln werden.

Allerdings stellt sich auch ein ganz erhebliches Problem: Werden die künftigen Seniorengenerationen auch so wohlhabend wie heute sein? Das ist nicht so sicher, es sei denn, die Lebensarbeitszeit wird verlängert. Doch das ist ein anderes Thema…

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