Was ist ein fester Zinssatz mit Revisionsklausel?

In einem vorherigen Artikel haben wir Ihnen die Vor- und Nachteile der zwei zumeist genutzten Zinssätze für Immobilienkredite dargelegt: den festen Zinssatz und den variablen Zinssatz. Es gibt jedoch noch eine dritte Möglichkeit: den festen Zinssatz mit Revisionsklausel. Aber um was handelt es sich genau und wie funktioniert er?

Der feste Zinssatz mit Revisionsklausel bietet gleichzeitig die Flexibilität des variablen Zinssatzes und die Sicherheit des festen Zinssatzes

Der Zinssatz wird für einen gewissen Zeitraum festgelegt und am Ende dieses Zeitraums revidiert. Dieser Zeitraum kann von Bank zu Bank variieren, beträgt jedoch normalerweise 3, 5 oder 10 Jahre. Am Ende jedes Revisionszeitraums haben Sie die Wahl, entweder mit einem festen Zinssatz fortzufahren oder einen variablen Zinssatz bis zum Ende des Zeitraums zu nutzen und so weiter und so fort.

Hier ein Beispiel: Sie schließen einen Vertrag über 20 Jahre ab, dessen Zinssatz nach 5 Jahren revidiert wird. Nach den ersten 5 Jahren entscheiden Sie sich dazu, den festen Zinssatz für den zweiten Zeitraum beizubehalten. Für den dritten Zeitraum ändern Sie den Zinssatz in einen variablen. Für den vierten Zeitraum entscheiden Sie sich schließlich wieder für einen festen Zinssatz.

Welche Vorteile birgt dieser Zinssatz?

  • Sollten die Zinsen während Ihres Zeitraums, in dem Sie einen festen Zinssatz nutzen (3, 5 oder 10 Jahre), ansteigen, sind die davor geschützt.
  • Sie sind flexibel und können Ihren Zinstyp wählen: Nach Ablauf jedes Zeitraums haben Sie die Wahl zwischen einem festen und einem variablen Zinssatz und profitieren somit am besten von den Marktchancen. Sollten die Zinsen eher zurückgehen und Sie sind am Ende des Zeitraums angelangt, während dem Sie einen festen Zinssatz hatten, dann können Sie diesen für einen variablen Zinssatz eintauschen und andersherum.
  • Sie können frei und ohne Zusatzkosten wählen. Nach Ablauf jedes Zeitraums können Sie den Zinstyp ändern und/oder Ihren Kredit vorzeitig (ganz oder teilweise) zurückzahlen. 

Welche Nachteile birgt dieser Zinssatz? 

  • Je nach dem gewählten Zeitraum (3, 5 oder 10 Jahre) kann der feste Zinssatz mit Revisionsklausel über oder unter dem variablen und dem festen Zinssatz liegen.
  • Er besteht nach wie vor ein gewisses Risiko, auch wenn dieses weitaus begrenzter ist, als beim variablen Zinssatz. Der Zinstyp, den Sie am Ende jedes Zeitraums wählen, ist der zu diesem Zeitpunkt gültige Zinssatz. Nehmen wir nochmals das Beispiel eines Vertrags über 20 Jahre, dessen Zinssatz nach 5 Jahren revidiert wird. Es ist nicht gewährleistet, dass die Zinsen, ob nun fest oder variabel, in 5, 10 oder 15 Jahren noch so niedrig wie momentan sein werden.
  • Der feste Zinssatz mit Revisionsklausel ist ein maßgeschneiderter Vertrag, der ein wenig komplexer ist, als die anderen beiden Zinstypen. Deshalb sollten Sie Ihrem Bankberater alle Fragen stellen, bevor Sie solch einen Vertrag abschließen.

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