Möglichkeiten der Altersvorsorge für Kleinunternehmer

Beim Aufbau eines neuen Unternehmens spielt für den Selbstständigen die Altersvorsorge meist kaum eine Rolle. An erster Stelle stehen zu Beginn das Überleben des Geschäfts zu sichern und dafür zu sorgen, dass Rechnungen bezahlt werden können. Später tendieren Inhaber kleiner Unternehmen dazu, ihr Unternehmen selbst als Garantie für den Ruhestand anzusehen – vielleicht in der Hoffnung, dass sie eines Tages in einer ähnlichen Position wie Jeff Bezos von Amazon sein werden.

Dabei besteht jedoch die Gefahr, dass zu viel vom Geschäft abhängt. Sehr wenige kleine Unternehmen zeigen das exponentielle Wachstum von Amazon – und wenn etwas schiefgeht, gibt es kein Auffangnetz für den Eigentümer und die finanzielle Sicherheit im Ruhestand ist in Gefahr. Daher ist es auch für Inhaber kleiner Unternehmen sinnvoll, der Altersvorsorge mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

Oberste Priorität für Unternehmer sollte dabei sein sicherzustellen, dass sie für die staatliche Rente berechtigt sind. Um diese Berechtigung zu erhalten, müssen Sie für mindestens 120 Monate Beiträge in Luxemburg oder in einem anderen EU-Staat in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt haben. Wenn Sie bis zum regulären Rentenalter von 65 Jahren nicht genügend Beiträge geleistet haben, werden alle Ihre Zahlungen zurückerstattet und Sie erhalten keine staatliche Rente. Jeder, der 480 Monate Beiträge geleistet hat, hat ab 60 Jahren einen Anspruch auf eine Rente.

Darum ist es so wichtig für Inhaber kleiner Unternehmen, ihre Beiträge in die Versicherung zu zahlen, auch wenn das Geld knapp ist. Die Art der geleisteten Beiträge hängt von der Struktur des Unternehmens ab. Selbständige Einzelpersonen zahlen Sozialversicherungsbeiträge auf der Grundlage eines Betrags, der mindestens dem gesetzlichen Mindestlohn entspricht (1.998,60 € pro Monat im Jahr 2017) und das Fünffache des Mindestlohns (9.993 €) nicht übersteigt. Für Selbständige mit Unternehmen gelten andere Regeln, je nachdem, ob sie sich ein Gehalt aus dem Geschäft auszahlen oder nicht.

Private Altersvorsorge

Obwohl kleine Unternehmen Kapital freisetzen können, lohnt es sich, eine unabhängige private Rente in beliebiger Höhe aufzubauen. Beiträge zur privaten Altersvorsorge verringern das steuerbare Einkommen um bis zu 3.200 € im Jahr, eine Pauschale, die quer durch alle Altersgruppen gilt.

Die Altersvorsorge wird komplizierter, sobald Sie Mitarbeiter einstellen (gilt nicht für das Engagement von Freiberuflern). Dann sind Beiträge in das luxemburgische Rentensystem obligatorisch und der Geschäftsinhaber muss die Art der Rente, die Anspruchsberechtigung, die Regeln für Beiträge durch Einzelpersonen und andere Anforderungen kennen.

Die Mitgliedschaft im System ist für alle neuqualifizierten Mitarbeiter obligatorisch. Beiträge von insgesamt 24 % des Bruttoeinkommens des Arbeitnehmers werden zu gleichen Teilen zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und dem Staat aufgeteilt. Die Beiträge können vom Unternehmen von der Körperschaftssteuer abgesetzt werden.

Gut möglich, dass Inhaber von kleinen Unternehmen von ihrem finanziellen Erfolg profitieren und, wie Bezos, sich um ihre finanzielle Sicherheit im Ruhestand nicht sorgen zu brauchen. Es lohnt sich jedoch immer, die finanzielle Sicherheit im Ruhestand mit einigen Schritten sicherzustellen, ohne dass Ihr Unternehmen zum nächsten Amazon heranwachsen muss.

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