Vergleich von Investitionen anhand des Kapitalwerts (Net Present Value = NPV) und des internen Zinsfußes (Internal Rate of Return = IRR), als Profi !

Der Medienrummel in Luxemburg um Unternehmer und Neugründungen ist groß. Haben Sie sich einmal vorgestellt, wie es wäre, Ihr eigener Chef zu sein? Ein faszinierendes, aber auch risikoreiches Unterfangen. Oder ist vielleicht einer Ihrer Freunde oder Familienangehörigen auf der Suche nach Investoren bei einem neuen Projekt?

Bei der Entscheidung, ob eine Geschäftsidee – oder Anlage sonstiger Art, vor der Sie stehen, sei es nun im Privat- oder Berufsleben – lohnenswert ist oder nicht, können Sie zwei sehr nützliche Kennzahlen verwenden: den Kapitalwert und den internen Zinsfuß.

Beide dienen zur Bestimmung der voraussichtlichen Performance einer Investitionsmöglichkeit, von ihrem Zweck her unterscheiden sie sich aber etwas.

Kapitalwert: der Geldwert Ihrer Investition

Bei der Betrachtung eines Geschäftsprojekts, für das eine Investition (I) erforderlich ist und das eine Reihe von positiven Cashflows (C) im Laufe von mehreren Jahren (n) hervorbringen wird, verdienen wir zu einem bestimmten Zeitpunkt unsere anfängliche Investition (I) zurück. In der gleichen Zeit hätte unser Kapital (I) eine Rendite erzielt, wenn wir es in einem Finanzprodukt angelegt hätten, anstatt in unser Projekt zu investieren. Wir müssen also unsere Cashflows zu einem Abzinsungssatz (r), der die Kapitalkosten und das Risiko des Geschäftsprojekts darstellt, auf den Barwert abzinsen. Wenn wir diesen Wert von unserer anfänglichen Investition (I) abziehen, erhalten wir den Kapitalwert (NPV) unseres Projekts. 

An einem Kapitalwert (NPV), der größer als null ist, erkennen Sie, dass Sie nach dem in der Berechnung angesetzten Zeitraum Ihre anfängliche Investition zurückverdienen und sogar einen Gewinn erzielen.

Interner Zinsfuß (IRR): die Rendite auf Ihr Kapital, in Prozent

Bei der Betrachtung eines Geschäftsprojekts, für das eine Investition (I) erforderlich ist, wollen Sie möglicherweise auch wissen, welche Rendite die betreffende Investition erzielt, bevor Sie sich entscheiden, die Investition durchzuziehen oder nicht. Dafür berechnen Sie die Kapitalwert-Gleichung einfach neu, indem Sie dieses Mal den Kapitalwert gleich null setzen und die Gleichung nach dem Abzinsungssatz (r) auflösen. Die Lösung der Formel ist der interne Zinsfuß (IRR) des Projekts.

Ein hoher IRR zeigt an, dass das von Ihnen untersuchte Geschäftsprojekt anscheinend sehr profitabel ist, vergleichbar mit einer Kapitalanlage zu hohen Zinssätzen, die man am Markt wahrscheinlich nicht finden wird. Ist der IRR hingegen niedrig, könnte dies ein Hinweis sein, dass eine Investition an anderer Stelle möglicherweise vorteilhafter für Sie ist. Unabhängig vom Ergebnis sollten Sie Ihre Entscheidung nicht überhastet treffen, sondern alle Faktoren des Anlagevorschlags (Risiko, Zeiteinteilung, Umfänge usw.) in Betracht ziehen.

Unterschiedliche Kennzahlen für unterschiedliche Zwecke

Wie eingangs bereits erwähnt wurde, werden sowohl Kapitalwert als auch interner Zinsfuß verwendet, um zu entscheiden, ob eine Investition durchgezogen werden soll oder nicht. Warum also zwei Kennzahlen? Der Kapitalwert ist nützlich, wenn man Anleger oder die Öffentlichkeit vom Geldwert einer Investition überzeugen will. Besonders nützlich ist er bei Berechnungen für langfristige Projekte, der interne Zinsfuß ist dagegen bei kurzfristigen Berechnungen mit stetigen Ein- und Auszahlungen genauer. Ein letzter Punkt: Der interne Zinsfuß ist ein Prozentsatz, der bei einer strategischen Entscheidung den Vergleich mit alternativen Anlageszenarios erleichtert.

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Investition in ein großes Geschäfts- oder Immobilienprojekt oder in ein Großprojekt anderer Art sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Ein guter Ausgangspunkt dafür ist aber sowohl der Kapitalwert als auch der interne Zinsfuß!

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