Welche Rechte und Pflichten haben Sie als Mieter in Luxemburg?

Jedes Jahr ziehen Tausende von Expats in das Großherzogtum. Sie sind auf der Suche nach Wohnraum und werden dabei mit den Realitäten auf dem Mietmarkt konfrontiert. Wenn Sie sich gerade in dieser Situation befinden, sollten Sie sich keine Sorgen machen. Hier erklären wir Ihnen, was Sie wissen müssen, um in Luxemburg Immobilien zu mieten.

Die Mietkosten

Wohnen in Luxemburg ist teuer, auch wenn die Höchstmiete nicht mehr als 5 % des Gesamtbetrags betragen darf, den der Vermieter in die Immobilie investiert hat. Laut den von Eurostat[1] veröffentlichten 2017 Current Market Rents zählt Luxemburg-Stadt gemeinsam mit Paris, Dublin und Kopenhagen zu den vier Städten mit den teuersten Mietpreisen (2.350 € für ein 3 Schlafzimmer, 1.800 € für zwei Schlafzimmer und 1.400 € für ein Schlafzimmer). Die Hauptstadt führt die Rangliste der teuersten Städte für freistehende- bzw. Reihenhäuser an (3.050 € bzw. 3.900 €) an.   

Wenn Sie in Luxemburg mieten, müssen Sie auch Vermittlungsgebühren und die Mietkaution berücksichtigen. Die meisten Immobilienbesitzer vermieten ihre Immobilie über Agenturen, was für den Mieter zusätzliche Kosten in Höhe von einer Monatsmiete zuzüglich Mehrwertsteuer (17 %) bedeutet[2]. Sie müssen eine Kaution hinterlegen, die als Garantie für die Zahlung der Miete, zusätzlicher Kosten und eventueller Schäden an der Immobilie dient. Der Vermieter kann von Ihnen zusätzliche Gebühren verlangen. Dazu zählen Kosten für den Energieverbrauch, die Wartung und Instandhaltung der Wohnung/der Gemeinschaftsräume oder für kleine Reparaturen.

Die Mietdauer

Die Standardmietdauer in Luxemburg beträgt normalerweise zwei oder drei Jahre, aber Sie können mit dem Vermieter (oder der Agentur) einen kürzeren Mietvertrag verhandeln. In jedem Fall muss die Mietdauer im Mietvertrag festgelegt sein. Wenn Sie am Ende der Mietperiode ausziehen möchten, müssen Sie Ihren Vermieter mindestens 3 Monate im Voraus per Einschreiben mit Zugangsbestätigung darüber informieren und die bis zu diesem Zeitpunkt fällige Miete bezahlen. Wird der Mietvertrag weder von Ihrem Vermieter noch von Ihnen gekündigt, wird der befristete Vertrag am Ende der Laufzeit automatisch verlängert und in einen Monats-zu-Monats-Vertrag umgewandelt (sofern nicht anders vereinbart). Das bedeutet, dass Sie Ihren Mietvertrag jederzeit kündigen können. Natürlich beträgt die Kündigungsfrist weiterhin drei Monate.

Wenn Sie vor Ablauf des Mietvertrags ausziehen möchten, sollten Sie das mit Ihren Vermieter besprechen. In der Praxis werden die meisten Vermieter Ihre Entscheidung akzeptieren, sofern Sie einen Ersatzmieter finden.  

Was Sie im Fall von Streitigkeiten zwischen Ihnen und Ihrem Vermieter tun können

Wenn Ungereimtheiten mit Ihrem Vermieter auftreten, weil Sie nicht friedlich in der Immobilie leben können, sollten Sie so schnell wie möglich eine Beschwerde per Einschreiben an den Vermieter senden. Bezahlen Sie die Miete weiterhin ein. Nur ein Richter kann eine Herabsetzung der Miete aussprechen, wenn das Verhalten eines Vermieters als rechtswidrig angesehen wird. Wenn Sie weitere Informationen wünschen, können Sie die Broschüre Tenant's Rights Brochure for Luxembourg die von der Konsumentenvereinigung Luxemburg (Union Luxembourgeoise des Consommateurs) herausgegeben wird, herunterladen. 

Wenn Ihre Meinungsverschiedenheit mit Ihrem Vermieter die Festlegung der Miete und/oder zusätzliche Mietausgaben betrifft, können Sie beim Mietausschuss eine Reduzierung des Betrags beantragen. Die Mietkommissionen, die als Schlichtungsstellen fungieren, sind in den Büros der Gemeindeverwaltung eingerichtet. Ihre Entscheidungen haben nicht den Rang von richterlichen Entscheidungen und sind nur dann verbindlich, wenn sie von beiden Parteien ausdrücklich oder stillschweigend akzeptiert werden. Sollten Sie mit der Entscheidung des Mietausschusses nicht zufrieden sein, können Sie abhängig von der Lage des Gebäudes innerhalb eines Monats beim Friedensrichter (Justice de Paix) Berufung einlegen. 

Wie bekomme ich meine Kaution zurück?

Wenn Ihr Mietvertrag die Zahlung einer Kaution vorsieht, wird dringend empfohlen, mit Ihrem Vermieter (oder der Agentur) vor dem Einzug in die Wohnung eine Bestandsaufnahme durchzuführen. Notieren Sie bei der ersten Überprüfung unbedingt alle festgestellten Schäden und lassen Sie diese in die Bestandsaufnahme aufnehmen. Sollten Sie Schäden finden, die Sie vor dem Einzug nicht entdeckt haben, ist der Vermieter nicht verpflichtet, dem zuzustimmen.

Wenn Sie die Wohnung verlassen, wird eine Auszugs-Bestandsaufnahme durchgeführt. Im Prinzip sind Sie verpflichtet, die gemieteten Räumlichkeiten in demselben Zustand zurückzugeben, in dem sie sich zu Beginn des Mietverhältnisses befunden haben. Schäden, die durch normalen Gebrauch, Abnutzung oder Verfall entstehen, gelten nicht als Mietschäden (z.B. kleine Löcher in der Wand, leichte Farbveränderungen usw.). Wenn Sie die Auszugs-Bestandsaufnahme unterzeichnet, die Schlüssel an den Vermieter zurückgegeben und Ihre letzten Mieten und Gebühren bezahlt haben und soweit Ihr Vermieter zustimmt, dass keine Reparaturen erforderlich sind, haben Sie Anspruch auf Rückerstattung der vollen Kaution.   

[1] London wurde in diese Mietstatistiken nicht miteinbezogen.
[2] Die Rechtslage könnte sich bald ändern. In der allgemeinen Wohnpolitik, die im Dezember 2018 auf der Seite logement.public.lu veröffentlicht wurde, plante die Regierung die Einrichtung eines Systems, das sicherstellt, dass Vermittlungsgebühren nicht einseitig den Mietern in Rechnung gestellt werden.

03/20

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