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Luxemburg, 26/06/2020

Sparen und Ausgeben: die Angewohnheiten der Luxemburger in der Coronavirus-Krise

Sparen statt Ausgeben sowie online-shoppen sind die neuen Trends      

Aufgrund der Ungewissheit, die durch die Coronavirus-Krise entstanden ist, sind viele Menschen vorsichtiger mit ihrem Geld geworden. ING führte eine internationale Umfrage durch, um die finanziellen Einstellungen und Verhaltensweisen in 13 europäischen Ländern vor und nach der Covid-19-Krise zu verstehen.

Viele Menschen berichten, dass sie ihre täglichen Ausgaben, sowie ihr Sparverhalten verändert haben. Es zeigen sich große Veränderungen im täglichen Umgang mit Geld: mehr als die Hälfte (55%) der Menschen in Luxemburg geben an, weniger auszugeben, und 41% sind der Meinung, dass sie mehr sparen können als üblich. Diese Zahl ist sogar höher als bei unseren europäischen Nachbarn: 44% von ihnen geben an, weniger auszugeben und ein Drittel gibt an, mehr zu sparen. Dies könnte ein Zeichen sein, dass sich die Einstellungen ändern.

In der Corona-Zeit ändern sich die täglichen Ausgaben

Die Pandemie und die damit einhergehenden Ausgangssperren haben zweifellos die Einstellung der Menschen zum Thema Geld verändert, und Luxemburg ist da keine Ausnahme. Die Befragten geben selbst an, weniger Geld auszugeben, mehr zu sparen und bei Zahlungen Karte statt Bargeld zu verwenden. 

Hat ihre Art auszugeben oder zu sparen sich in der Coronavirus-Krise geändert?

Europäische Verbraucher

Luxemburgische Verbraucher

Unter den Befragten, die an dieser  Umfrage teilgenommen haben, geben 55 % der Einwohner Luxemburgs an, dass sie jetzt weniger ausgeben als vor der Korona-Krise; dies könnte teilweise auf mangelnde Möglichkeiten zurückzuführen sein, denn Restaurants, Bars, Geschäfte, Kinos und andere Ausgabemöglichkeiten waren während des Lockdowns geschlossen. Aber einige anderen haben auch einen starken Einkommensrückgang und/oder die Gefahr eines solchen erlitten. Beides erklärt, warum viele Befragten angaben, dass sie zur Zeit etwas mehr sparen würden– und etwas für die ungewisse Zukunft beiseitelegen würden. 

Der Empfundene "Sparkomfort" bleibt stabil

Die selbstberichteten Änderungen beim Spar- und Ausgabeverhalten mögen dazu geführt haben, dass sich einige mit der Höhe ihrer Ersparnisse wohler fühlten. Unsere Umfrage, bei der die Einstellungen vor und während der Pandemie verglichen wurden, zeigt einen leichten Rückgang des Prozentsatzes der Luxemburger, die sagen, dass sie entweder viel mehr oder etwas mehr Ersparnisse benötigen würden, um sich in einer komfortablen finanziellen Lage zu fühlen (von 63% vor der Coronavirus-Pandemie auf 49% während der Corona-bedingten Ausgangssperre).

Diese Änderung des Sparkomforts könnte vorübergehend sein.

Der Lockdown scheint die Fähigkeit der Menschen, Geld auszugeben, verringert zu haben. Diejenigen, die erwerbstätig blieben, haben möglicherweise das Gefühl, mehr zu sparen. Man muss jedoch hervorheben, dass die Umfrage eher nach den Wahrnehmungen als nach den tatsächlichen Sparwerten gefragt hat. Der gleiche Trend, den wir in Luxemburg beobachten, spiegelt sich auch auf europäischer Ebene wieder.

Was beschreibt Sie am besten? 

Befragte, die antworteten: "Ich bräuchte viel mehr oder etwas mehr an Ersparnissen, um das Gefühl zu haben, in einer komfortablen finanziellen Lage zu sein".

Obwohl die Befragten der Meinung sind, dass sie während des Lockdowns mehr sparen, gibt es in der Tat wenig Hinweise darauf, dass sich die Anteile der Befragten, die über Ersparnisse verfügen, und derer, die keine Ersparnisse haben, nach eigenen Angaben merklich verändert haben. Vor der Pandemie, im Dezember 2019, bestätigten 13% der Einwohner, dass ihr Haushalt keine Ersparnisse hatte, und im Mai 2020 fiel diese Zahl auf 8%. Obwohl es einige Abweichungen gibt, zeigt unsere Umfrage, dass es offenbar keinen bedeutenden Unterschied zwischen den Spargewohnheiten der Luxemburger vor und nach der Korona-Krise gibt. Diese Zahlen sind in den letzten 8 Jahren konstant geblieben.  "Wir fragen seit Jahren, ob die Menschen über Ersparnisse verfügen, und in Luxemburg lag der Prozentsatz diejenigen, die überhaupt keine Ersparnisse haben, durchweg bei rund 12%", bestätigt Ingrid Ballesca, Market Intelligence-Analystin bei ING Luxembourg. Die Koronavirus-Krise scheint diese Zahl nicht wesentlich verändert zu haben.

Über die Umfrage 

Internationale ING-Umfrage

Im Rahmen der internationalen Umfrage befragte die ING Gruppe knapp 26.000 Menschen in 13 europäischen Ländern vor und nach dem Lockdown über ihre Einstellung zu Schulden. ING führt größere Umfragen dieser Art in Europa durch, um ein besseres Verständnis dafür zu entwickeln, wie die Menschen ihr Geld ausgeben, sparen und investieren.

Die Umfrage wurde von ING Luxemburg durchgeführt. An der Umfrage nahmen 526 Personen teil (ab 18 Jahre).

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: 

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