5 Möglichkeiten mit Plastikgeld zu zahlen

Wie viele Plastikkarten haben Sie in Ihrem Portemonnaie? Wissen Sie wofür Sie welche nutzen sollten? Oder ob Sie überhaupt verschiedene Karten brauchen? Hier eine kurze Hilfe zum Umgang mit Zahlungskarten.

Die Debitkarte

Sie ist die einfachste der Bankkarten – die V PAY Karte hier in Luxemburg (ehemals Bancomat). Die Karte belastet Ihr Konto in Echtzeit, aber nur wenn Sie genügend Geld auf dem Konto haben. Ohne Geld auf dem Konto können Sie nicht bezahlen und hinzu kommt, dass Ihnen böse Blicke von den Personen zugeworfen werden, die hinter Ihnen anstehen.

Diese Karte ist perfekt, wenn man auf sein Budget achten möchte, da man mit ihr nicht mehr ausgeben kann als man hat. Eine Debitkarte ist eine gute Lösung für jüngere Verbraucher (in Luxemburg ist sie bereits ab dem 12. Geburtstag erhältlich), da sie gewisse Sicherheiten bietet: ein Geheimzahl und kein Überziehen. In gewissen Ländern ist sie mit dem Schülerausweis der Schule kombiniert, was meines Erachtens eine gute Art und Weise ist, die finanzielle Erziehung von Jugendlichen zu beginnen.

Sollten Sie über ein regelmäßiges Einkommen oder andere Vermögenswerte verfügen, kann Ihnen Ihre Bank auch eine Kreditlinie für Ihr Girokonto anbieten. In diesem Fall erhält Ihre Debitkarte einige Funktionen der Kreditkarte, um die es im nächsten Absatz geht.

Die Kreditkarte

Die Königin unter den Karten. Es gibt viele verschiedene Arten, und jede bietet viele Möglichkeiten von bargeldlosem Bezahlen, zeitversetztem Zahlen bis hin zu Garantien auf Käufe.

Diese Karten beinhalten einen zuvor abgestimmten Kleinkredit: Sie kaufen und bezahlen daher erst später. Je nach den Bedingungen und  vertraglichen Absprachen mit Ihrer Bank können Sie diesen Kredit mit einem Mal an einem bestimmten Tag des Monats zurückzahlen oder eine Ratenzahlung vornehmen. Manchmal können Sie sogar eine Kreditkarte ohne Kreditlinie erhalten. Hierbei gibt es zwei Vorteile gegenüber einer normalen Debitkarte: Annahme der „Marke“ der Kreditkarte in gewissen Geschäften und zusätzliche Funktionen (Versicherung und Unterstützung hinsichtlich der Zahlungen mit Ihrer Kreditkarte).

Für Kreditkarten müssen normalerweise jährliche Gebühren oder sogar Gebühren für die Vertragsverlängerung bezahlt werden. Und natürlich kostet Geld ausleihen auch Geld! Achten Sie auf die angewandten Zinssätze und den Mechanismus des zeitversetzten Zahlens sowie die Gebühren, die aufkommen, falls Sie eine Rückzahlung versäumen.

Ist das Ganze mittlerweile ein bisschen verständlicher? Im zweiten Teil dieses Artikels werden Sie mehr über die anderen Karten erfahren (Prepaid-, Chargekarten usw.)

Die Chargekarte

Ich persönlich habe diese Karte noch nie gesehen. Hierzulande kommt sie auch nicht gerade häufig vor, aber Sie können hier mehr darüber lesen.

Sie wird oftmals mit der Kreditkarte verwechselt. Sicherlich ist das Konzept ziemlich ähnlich, mit der Ausnahme, dass es keine Ausgabenbegrenzung gibt und der Dispokredit wegfällt: Sie kaufen und zahlen Ihre Schulden später mit einem Mal zurück. Auf den Betrag, den Sie dem Kreditinstitut schulden, werden keine Zinsen anfallen, jedoch entstehen Gebühren, sobald Sie die Zahlungsfrist verpassen – und dazu kann Ihre Karte noch gesperrt werden.

Die Prepaidkarte

Wie es der Name bereits erahnen lässt (Prepaid = im Voraus bezahlt), muss diese Karte zunächst aufgeladen werden, bevor sie benutzt werden kann. Für eine solche Karte braucht es nicht unbedingt ein Bankkonto. Sie ist eine gute Möglichkeit es zu vermeiden, zu viel Bargeld mit sich herumzutragen. Somit wird sie oftmals zum Zahlen von kleinen Beträgen wie im Parkhaus oder den öffentlichen Verkehrsmitteln verwendet – erinnern Sie sich noch an Minicash? Einige Unternehmen bieten diese Art von Karten ihren Mitarbeitern an, damit diese in der Cafeteria oder an Snackautomaten innerhalb der Firma bargeldlos zahlen können.

Der größte Nachteil dieses Konzepts sind die Standorte der Ladestationen (Nie ist eine in der Nähe, wenn man sie gerade braucht!) und, dass man die verschiedenen Prepaidkarten nicht miteinander verbinden kann. Somit wird der Verbraucher genötigt, ein Arsenal an Karten bei sich zu haben. Ein weiteres Problem ist, dass sich die Verbrauchergewohnheiten rasch ändern und neue Versionen von Prepaidkarten auf den Markt kommen, wie zum Beispiel virtuelle Kreditkarten, die oftmals Prepaidkarten sind. Da sie jedoch zu 100 % digital und nicht aus Plastik sind, werden wir uns mit ihnen in einem anderen Artikel befassen.

Die Kundenkarte

Haben Sie sich schon einmal gefragt, worin der Unterschied zwischen einer Kreditkarte einer Großhandelskette und der Ihrer Bank liegt? Sie zwingen Sie nicht dazu, die Bank zu wechseln oder ein neues Konto zu eröffnen, sie bieten ähnliche Ratenzahlungen und erweiterte Garantien… und dazu gibt es Treuepunkte!

Der wichtigste Unterschied (und Nachteil) dieser Kundenkarten ist der Zinssatz, der für die Ratenzahlung anfällt. Diese Kreditzinsen können sich auf bis zu 24 % jährlich belaufen und werden oftmals monatlich ausgewiesen (damit monatlich nur 1,2 % oder 2 % auf der Rechnung stehen). An sich ist das nichts Schlimmes, solange die Vorteile durch die Nutzung der Karte, wie Rabatte bei Einkäufen oder zusätzliche Garantien (besonders interessant bei Fluggesellschaften und Elektrogeräten), genügen, um die Zusatzkosten des Darlehens wettzumachen.

Man sollte wissen, was man mit seinen eigenen Karten machen sollte und was lieber nicht. Nehmen Sie sich die Zeit, um die Bedingungen und Tarifmerkblätter zu lesen, und im Zweifelsfall erkundigen Sie sich bei Ihrer Bank oder Ihrem Finanzberater!

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