Warum werden die FinTechs unseren Bankalltag verändern?

Technologie hat unser Leben in vielen Bereichen völlig verändert. Nach der Musik, der Presse und dem Tourismus widerfährt jetzt dem Banken- und Finanzsektor eine echte digitale Revolution. In den letzten zehn Jahren hat sich der Bankensektor stärker gewandelt als in den 200 Jahren davor. Die größten Umwälzungen bringen die FinTechs. Doch was bedeutet FinTech eigentlich?
Der Begriff FinTech ist ein Kofferwort aus den Begriffen Finanz und Technologie. Dabei kann es sich um ein innovatives Start-up oder auch um ein junges Tochterunternehmen eines etablierten Anbieters handeln, die die herkömmliche Arbeits- und Funktionsweise im Finanzsektor mithilfe neuer Technologien vollends neu gestalten. Betroffen davon sind sowohl Geschäfts- als auch Privatkundenbanken, Kreditinstitute, deren Zahlungsmittel sowie der Versicherungssektor.

Vom Crowdfunding zum mobilen Bezahlen

Innerhalb der FinTechs gibt es mehrere Sparten. Hier die vier wichtigsten: Die Sparte, die die Medien am meisten beschäftigt, sind Kredite in Form des Crowdfunding oder der sogenannten partizipativen Beteiligung. Über eine Online-Plattform können Privatpersonen Projekte jeder Art (co-)finanzieren, seien es unternehmerische oder künstlerische Vorhaben. Diese Finanzierungen erfolgen entweder in Form von Spenden (mit oder ohne materielle Gegenleistung), Beteiligungen oder Darlehen für KMU, aber auch unter Privatpersonen, das sogenannte Peer-to-peer Lending.

Die zweite Sparte umfasst Mobilapplikationen, „Apps“, sowie Plattformen, mit deren Hilfe man über sein Handy oder am Computer seine Bankgeschäfte erledigen, den Kontostand im Auge behalten und seine Investments wählen kann.

Der dritte Bereich betrifft virtuelle Währungen. Die bekannteste von ihnen sind die Bitcoins. Mithilfe dieser elektronischen Währung, die von einem Computerprogramm und nicht mehr von einer Zentralbank ausgegeben wird, können Internetuser untereinander direkt Zahlungen vornehmen. Weitere Zahlungsmodelle findet man in den sozialen Netzwerken oder auf den Webseiten der großen E-Commerce-Anbieter, so z. B. die Facebook Credits von Facebook oder die Amazon Coins von Amazon.

In der letzten Kategorie finden wir die elektronischen Bezahlsysteme für Smartphones und Internet, die im stationären Handel oder auf E-Commerce-Plattformen zum Einsatz kommen. Das bekannteste dieser Systeme ist Paypal, mit dem man Online-Einkäufe gesichert bezahlen oder sich selbst Geld schicken lassen kann, ohne seine persönlichen Bankdaten bekannt geben zu müssen.

Diese vier Sparten sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs! Weitere FinTechs sind in anderen Bereichen auf dem Vormarsch, so beispielsweise das Scoring (Benotungsverfahren für die Bonität von Privatpersonen im Hinblick auf eine Kreditvergabe), die Bankberatung oder die Bewertung von Investmentfonds.

Eine Gefahr für die Banken?

Die FinTech werden häufig als gefährliche Konkurrenz für die traditionellen Banken dargestellt. Ist dem wirklich so? Nicht unbedingt! Da die FinTechs sich mit ihren Diensten zusehends auf dem angestammten Terrain der Banken breitmachen, sind Letztere gezwungen, sich mit Ihrem Angebot gegenüber ihren Kunden sozusagen neu zu erfinden. Um sich der aktuellen digitalen Revolution anzupassen, müssen die Banken von morgen eine kluge Mischung aus digitalen Technologien und menschlichen Kontakten anbieten können.

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